na weils so lustig war und sich Omi und Co so gefreut haben wenn der Bub was vorspielt. Hier ein paar Selbstaufnahme samples von diversen jam sessions at home. Viele Hacker und bei weitem noch nicht Konzert reif, I know... aber es macht mir halt so viel Spass :-)
"Enjoy" und wer die meisten Titel errät, bekommt von mir eine handsignierte Boxershort!
leicht angeheitert in einer Bar in Abidjan überredet Ali die anwesende Band mich mal an die Gitarre zu lassen. Schlechte Idee, hatte ich doch schon einiges intus und die Band kannte ausser Reggae genau nichts. Meine favourites á la chili peppers oder GnR waren ihnen ebenso fremd wie mir die ihrige Musik und daher einigten wir uns auf knocking on heavens door. Fades Lied und ich verhunz auch noch das Solo. Aber war ein lustiger Abend und ich hatte meinen ersten Liveauftritt vor exakt 10 Leuten. Kritiken und Beschwerden bitte an Ali, der das ganze Theater per Handycam der Nachwelt bewahrt hat.
Tag 6 in Abidjan. Lustig wie schnell man sich in anderen Ländern anpassen kann. Mittlerweile fühlen wir uns hier einigermassen wohl und etwas mehr entspannt. Die permanente Malariaparanoia und Sicherheitsbedenken gehen einem bald auf den Sack und obwohl wir zwar weiterhin vorsichtig sind, kacken wir uns jetzt nicht mehr ganz so sehr an.
Während der Fahrt von einem office des Kunden zum anderen, erblicken wir zufällig einen Hauseingang, der das österreichische Wappen trägt. Austrian Consulate of Cote d´Ivore steht darunter und lustigerweise ist das keine 500 Meter vom Büro entfernt. Wir beschliessen am nächsten Tag in der Früh (Amtsstunden sind ja bekanntlich spätestens zu Mittag vorbei) vorbei zu schauen und artig mit unseren Pässen zu winken. Der Eingang mutet zunächst weniger pompös an, da es sich aber um ein Konsulat und nicht um eine Botschaft handelt, schreckt uns das weniger. Im Vorzimmer sitzt eine Einheimische und fragt uns auf Französisch was Sie für uns tun kann. Wir bitten um Audienz beim Konsul und Sie bittet uns Platz zu nehmen. Ein paar Minuten später kommt ein kurzärmeliger, Mitte 40 und mit Schnauzer geschmückter Herr aus dem Büro und schaut uns in altgewohnter Wiener Manier grantig an. Wir fragen auf Französisch ob er Deutsch spricht und er antwortet un pue (wie schreibt man das?) und bittet uns in sein Büro. Dort hängt eine österreichische Flagge an der Wand, es sieht aber alles relativ behelfsmässig aus. Spätestens nach ein paar Flosklen bricht das Eis und wir unterhalten uns auf Wienerisch. Wir ezählen was wir hier tun und welche Länder wir bereisen werden und er gibt uns allerlei survival Tipps und ruft für uns den Deutschen Botschafter in Liberia und Sierra Leone an, um unsere Ankunft anzukündigen: „Geh bitte passts ma durt auf meine Buam auf.“ Wir werden mit Kontaktnummern und anderen nützlichen Dingen versorgt.
Wie sich heraus stellt, ist seine Frau Irakerin und das natürlich ganz zu unserer bzw. Ali´s Freude, der sich gleich ausgiebig mit ihr unterhält. Der Hauseigene Arzt war auch gerade auf Besuch (ein Franzose) und so sitzen wir bald alle gemeinsam zum Kaffeetratsch beisammen. Der Arzt klärt uns dabei auch über die diversen Malariamedikamente auf und verschreibt uns Tabletten, die wir einnehmen sollen, wenn eindeutigte Krankheitssymptome auftreten. Apropos, ein kleiner Tipp an all jene, die in Österreich leben und planen sich fachkundig über Reisegesundheitsfürsorge zu erkundigen. Geht nicht ins Tropeninstitut in Wien. Ich kann mich noch aus meiner Zeit im Reisebüro erinnern, dass wir auch damals allen davon abgeraten haben. Das ist eine reine Geldabzocke. Grundlegende Informationen können sie nicht geben und egal wo man hinfährt, man bekommt einfach immer die selben Medikamente empfohlen, die man zum Selbstkostenpreis natürlich gleich dort machen kann. Die Beratunsgebühr von 11 Euro ist zum Fenster raus geworfen. Jeder Arzt in den betoffenen Ländern kennt sich wahrscheinlich 10x besser aus, da sie dort auch klarerweise mehr Erfahrung mit diversen Krankheiten haben. Jedenfalls verschreibt uns der Franzose die Sachen und der Konsul schickt seinen Fahrer um uns die Sachen zu besorgen, sehr nett!! Nach ca. 2 Stunden gemütlichen Plauschens, fragt uns der Konsul, ob wir mit ihm heute Abend essen gehen wollen. Kackt der Bär in den Wald? Klar, wollten wir.
Um 20 Uhr holte er uns vom Hotel ab und gleich fühlten wir uns in seinem Auto sehr sicher, da er Diplomatenkennzeichen hat und die stark korrupte Polizei zumind. davor noch zurück schreckt.
Wir steuern das Lokal eines Bekannten an, der sich als 60 jähriger Bayer aus München herausstellt und in Abidjan eine Münchner Wirtschaft betreibt..Wahnsinn! So sitzen wir also in bayrisch verzierter Blau Weiss Blau Einrichtung, untermalt mit musikalischer Begleitung eines Hubert von Goisern und bestellen eine Sauerkrautplatte und Stelze!! Davor gab es Schwarzbrot mit Schmalz und Frühlingsaufstrich und das Bier durfte auch nicht fehlen. Nach der obligatorischen Williamsbirne gaben uns Mr Konsul und sein Freund noch einen kurzen Jodler zum Besten und voll gegessen und erledigt, treten wir gemeinsam die Heimfahrt an. War ein netter und lustiger Abend und die Geschichten, die wir vom Franz hörten (so heisst er mit einem Vornamen, Omar mit dem anderen) waren allesamt spannend und interessant. Vor allem die Zeit während der Unruhen hier dürfte tatsächlich sehr schlimm gewesen sein. Seine Familie wurde damals vom französischen Militär evakuiert und er verschanzte sich wochenlang auf einer abgelegenen Insel („mit 4 Unterhosen und 2 Palletten Bier“!). Gezielt wurden Ausländer angegriffen und entweder schwerst verprügelt, beraubt, oder in manchen Fällen auch getötet. Er erzählte davon, dass Jugendliche die Strassen kontrollierten und wahllos Fahrzeuge anhielten und kontrollierten und dabei Geld oder Wertgegenstände forderten. Alles unter dem Protektoriat des hiesigen Militärs (die dann natürlich bei solchen Aktion mitschnitten). Geschäfte, Hotels und Wohnungen wurden geplündert und im Radio wurden Hetzparolen verbreitet (irgendetwas in der Art wie: verfolgt und vertreibt die weissen Schweine. Sie nehmen euch nur aus, etc. etc.). Ausgeraubt wurde er hier schon ein paar Mal. Einmal mit vorgehaltener Waffe. Ansonsten sei es hier aber mittlerweile sehr entspannt und die Sicherheitslage ist angeblich mehr als akzeptabel (unter Einhaltung gewisser Grundregeln versteht sich). Vor einem Besuch im November riet er uns aber dennoch ab, da dann wieder Wahlen statt finden und das ist in diesem Teil der Welt (und natürlich auch in anderen – siehe Iran) immer besonders heikel. Abgesehen von Politik sprachen wir auch viel über Motorräder, da er selbst leidenschaftlicher Chopperfahrer ist (der Bayer auch, hielt mir stolz ein Photo mit seiner Road King Custom unter die Nase) und da gab es natürlich ausreichend Stoff für lange Benzingespräche. Übrigens gibt es in Cote d´Ivore angeblich nur ca. 20 gemeldete Österreicher. D.h. wir heben mit unserem Besuch den Alpenanteil gleich um ganze 10%!
Bisherige Photos und Jodelvideo unter folgenden Links:
Na, wer kennt den Film? TIA, This is Africa. Ein Spruch vom Film „Blood Diamond“. Genau diese Worte gingen mir durch den Kopf als Ali und ich an der Elfenbeinküste, in West Afrika landeten. Ich amüsiere mich immer wieder über die handling Prozesse der verschiedenen Flughäfen. Schon damals im Sudan dachte ich mir, Mann, da ist echt kein System dahinter. Abidjan Airport, Ali und ich kommen nach einem 10 Stunden Flug aus Dubai an und sind naturgemäss vollkommen fertig. Ali vielleicht weniger als ich, da er die Nacht vor dem Flug nicht geschlafen hat (geistige Notiz: das war schlau!) und daher fast die Hälfte der Zeit durchgepennt hat. Der Flughafen sieht eigentlich ganz vernünftig aus. Alles ganz aufgeräumt und halbwegs sauber. Dann gehts los. Wir werden von einem Vertreter unseres Kunden abgeholt, der schon vor der Passkontrolle auf uns wartet. Angenehmes Gefühl, ich hätte mich ja wetten getraut, dass das mit der Abholung nicht funktioniert (ich werde mehr und mehr zu einem Pessimisten...). Dann kommen auf einmal zig Kontrollen.
Alle haben sie bunte und unterschiedliche Uniformen an und man vertraut einfach darauf, dass sie alle berechtigt sind zu fordern und streng zu schauen. Der Erste will unseren Impfpass und die darin bestätigte Gelbfieberimpfung sehen (Seitenkommentar: dass das verpflichtend ist in der Ivory Coast, hat uns in Wien beim Tropeninstitut keiner gesagt). Natürlich haben wir uns aber dagegen und noch viel mehr impfen lassen und konnten die erste Kontrolle erfolgreich meistern. Dann übergeben wir die Visa Kopien, die wir schon vorab vom Kunden per e-mail erhielten mitsamt unseren Pässen dem Abholer. Dem folgen wir durch die Passkontrolle, die wir kommentarlos passieren. Der Abholer grüsst alle Uniformierten ganz freundschaftlich. Gutes Gefühl, der Typ ist also echt. Dann warten aufs Gepäck in Mitten einer Horde von anderen Reisenden. Erstes ungutes Gefühl, Vorurteile und Klischees über afrikanische Organisationsskills melden sich lautstark in unseren Köpfen. Aber falsch gedacht, nach ca. 10 Minuten rollen sie alle ganz brav auf dem Laufband daher. Aufatmen. Dann folgen wir dem Abholer, der die ganze Zeit nur das Nötigste mit uns spricht, zum Ausgang. Ali und ich wollten ganz ganz dringend eine Rauchen, aber zuerst müssen wir scheinbar das Visum klären. Also vertrauen wir uns gesamtes Gepäck (ca. 6 Koffer) einem Kollegen des Abholers. In einem anderen Trakt des Flughafens schreiten wir diverse Stiegen entlang um dann im Büro zweier weiblicher Zollbeamtinnen zu landen. Zollbeamte sind weltweit Ungustl (wenn jetzt ein Zollbeamter mitliest, selbst Schuld, lächelt einfach mehr und sprecht mit uns!). Diese aber scheinen gut gelaunt, demonstrieren aber trotzdem die gewohnte Gleichgültigkeit. Unsere Pässe landen erstmal bei ihr in der Schublade und wir werden aufgefordert zu warten und Platz zu nehmen. Warten ist jetzt nicht unbedingt das Wort, das man nach 10 Stunden Flugzeit gerne hört und unsere Müdigkeit, gepaart mit der stärker werdenden Nikotinsucht wirkt sich mehr und mehr negativ auf unsere Geduld aus. Irgendwann fragen wir dann also schon etwas genervt, wann wir denn jetzt unsere Pässe wieder bekommen und der Abholer erklärt uns schliesslich, dass die zur Bearbeitung beim Zoll bleiben und wir diese erst im Lauf der Woche wieder bekommen würden. Europäisch gebildet in Sicherheitsfragen, sties uns das natürlich schwer auf und so legten wir natürlich gleich lautstark Protest ein. Dass das nirgendwo sonst üblich sei und wir auf gar keinen Fall unseren Pass zurück lassen war unsere Reaktion, die den Damen aber eher als Amusement diente als sie zu sonst irgendeiner für uns zufriedenstellenden Lösung verholf. Nach langen Diskussionen und dem Kompromiss eine Kopie unserer Pässe zu erstellen (die ich ohnehin als scan am PC hatte), zogen wir also mit unserer ersten Niederlage von Dannen und bahnten uns den Weg zurück zum Kollegen, der sehr zu unseren grossen Freude noch mit all unseren Koffern auf uns wartete.
Erster nikotingetränkter Atemzug auf Elfenbeinküsteboden. Wetter bewölkt und schwül. Der Anflug war übrigens ziemlich geschüttelt, da sich vor Abidjan gewaltige Gewitterwolken zusammen brauten und das Umfliegen dieser gewaltigen CBs (für die Kenner) ziemlich turbulent war. Ah und die Tatsache, dass wir in einem Airbus sassen hat uns natürlich auch nicht unbedingt beruhigt (siehe Air France). Aber egal, eine saubere Landung, diverse Zollscharmützel später waren wir also am Weg in unsere Unterkunft. Im Vertrag war klipp und klar von 4+ Stern Hotel die Rede und der Kunde war damit auch einverstanden. Als der Fahrer aber nach ca. 10 Fahrminuten in den Hinterhof eines Apartmentblocks einrollt, melden sich ganz unliebsame Gefühle des beschissen worden seins. Wir waren vom Sudan einiges gewohnt, aber allein die Aussenfasade dieses Gebäudes versprach alles, nur keine geruhsamen und sicheren Nächte.
Somit bellen wir den, zugegeben wahrscheinlich unschuldigen Fahrer gleich an und verlangen, dass wir ins Büro des Kunden gefahren werden. Dort angekommen müssen wir zunächst natürlich das übliche Vorstellungskonzert absolvieren und nach einer kurzen, aber sehr bestimmenden Diskussion mit der PA unseres Kunden, einigen wir uns ins Ibis Hotel gebracht zu werden. Voll der Hoffnung kommen wir dort an und die Lobby sah zwar nicht luxiorös, aber zumindest annehmbar aus. Der kurze Moment der Hoffnung war gleich zu Nichte als wir aufs Zimmer kommen. Der Bettbezug sah aus, als ob er nie die Wonne einer Reinigung erhielt und Leintuch, Kopfpolsterbezug und co waren definitiv seit der letzten Benutzung weder gewaschen, noch nicht einmal der Illusion halber glatt gestrichen. Haare überall und ein ziemlich muffiger Geruch. Leider war es aber schon viel zu spät um beim Kunden zu urgieren und so mussten wir wohl oder übel eine Nacht durchhalten. Um so wenig Zeit bzw. Schlaf in dieser Drecksbude zu verbringen, gingen wir zunächst mal auf ein paar Antidepressionsbier in die Hotelbar und dann per Taxi in eine Bargegend (nach vorheriger Auskunft beim vertrauensvollen Rezeptionisten). Dort angelangt, stellen wir fest, dass die meisten Bars (zumindest in dieser Gegend) voll mit französischen Expats sind. Alle sind sehr freundlich und grüssen uns scheinbar als willkommenen Neuzugang. Zu Ali´s und meinem „kleinen“ Nachteil stellte sich leider bald heraus, dass die Mehrheit der Bevölkerung hauptsächlich Französisch und nur wenig Englisch spricht. Zu blöd auch in einer ehemalig französischen Kolonie... Mit den paar Floskeln die ich kannte, reichte es für eine erfolgreiche Bestellung und die Atmosphäre war genau so, wie wir uns das vorstellten. Richtig Afrika halt. Bald gingen wir dann aber ins Hotel, immerhin waren wir ja schon seit fast 20 Stunden unterwegs.
Nächster Tag, Office. Der Kunde sehr nett, wir werden überall vorgestellt, office facilities gut und ausreichend vorhanden, passt. Nach einer kurzen Diskussion mit dem admin officer einigen wir uns schliesslich, dass wir in ein anderes Hotel übersiedeln, dass der Vereinbarung gemäss Vertrag entspricht. Wir checken im Sofitel ein und das Leben sieht gleich ganz anders aus. Laut Plakete ist es ein 5 Stern Hotel. Ist zwar nicht ganz mit dem Standard anderer 5 Stern Hotels in Europa zu vergleichen, aber es ist um Welten besser als das Drecks Ibis Hotel. Anschliessend verbringen wir den Tag dann wieder im office und erledigen die ersten organisatorischen tasks.
Der Kunde lud uns zu einem von der Firma gesponserten Jazz Event ein und das war uns natürlich sehr willkommen. Zurück ins Hotel, frisch machen, Abend essen und los gehts. In Cote d´Ivore ist gerade Regenzeit und das ist uns aus dem Brutofen Dubai kommend zwar nicht gerade unrecht, aber dafür steigt natürlich das Malariarisiko. Ali und ich sprühen uns reichlich mit Insektenschutz ein. Klebriges Zeug das auf der Haut brennt und nicht unbedingt Partylaune macht. Mit dem Taxi fahren wir in die Rue de Mercedes (es gibt dort einen Mercedes Händler, wahrscheinlich daher der Name). Die Strassen sind eher mangelhaft beleuchtet, das einzige Licht scheint von den vielen Bars und Restaurants zu kommen. Das Konzert fand im La Music´all statt, einem lokalen Jazzklub, der angeblich jeden Freitag Live Musik bietet. Sehr nett. Einrichtung eine Mischung aus afrikanischem Tropendecor und urbaner Jazzlounge. Die Beleuchtung rot und schummrig. Der Kunde hat uns einen eigenen Tisch reserviert und wir lernen ein paar der Kollegen aus dem office kennen. Irgendwann später am Abend kommt dann auch der CEO des Unternehmes und wir führen business small talk. Die Band war sehr nett. Keyboard, Schlagzeug, Trompete, Bass und Saxophon waren am Werken und das sehr gut. Nach ca. 2 Stunden verlässt uns der CEO und wir beschliessen noch weitere Nachtclubs zu erkunden. Wenn ich mich richtig entsinne, waren wir in ca. 4 Lokalen an dem Abend. Das Angebot besteht aus Clubs die hauptsächlich von expats besucht werden und reinen local clubs. Es gibt einen Club Havanna, ein Che Cafe, usw usf. In einem Club sah es aus wie in Dubai. Nur Libanesen (die hier neben den Franzosen übrigens die grösste expat community stellen) und typisches Libanesenpartygetue (you know what I mean). Irgendwann beschliessen wir dann den Heimweg anzutreten und schnappen uns ein Taxi.
Und jetzt kommt das Abenteuer. Polizei bzw. Militärcheckpoints sind wir ja jetzt nun schon langsam gewohnt, aber das Erlebniss an diesem Abend war auch für uns neu. Erste Kontrolle, unser Taxi wird zur Seite gewunken. Zwei freundlich wirkende Uniformierte, die AK47 lässig um die Schulter gehängt, bitten uns freundlich um unsere Ausweise. Unsere Pässe waren wie oben erwähnt noch beim immigration office und selbst wenn nicht hätten wir ohnehin nicht unsere Pässe mitgenommen. Ali und ich sind aufgelegt und scherzen mit den Soldaten herum. Ali fragt ob er einmal die Knarre abfeuern darf, alle lachen. Schnell ist klar, dass die freundlichen Genossen es aber auch bald auf Kohle abgesehen haben und so drücken wir ihnen 2 Dollar in Landeswährung in die Hand und alle sind happy. Keine 5 Minuten später, noch ein checkpoint. Jetzt sind wir schon weniger gut aufgelegt und beschliessen nichts mehr zu zahlen. Drei jetzt leider weniger freundlich wirkende Soldaten kommen relativ schnell zur Sache und auch unsere Versuche auf die Sprachbarriere zu setzen (nix verstehen) fruchten eher weniger. Einer der drei leuchtet mit seiner Taschenlampe auf ein Bündel Geldscheine. Eine nicht dezente und sehr deutliche Geste die mit irgendwelchen gebellten Lauten unterstrichen wird. Wir sind beide noch wenig beeindruckt und steigen aus dem Taxi um unseren Standpunkt mehr Halt zu geben. Wir haben schon gezahlt, bla bla, wir haben kein Geld mehr, bla bla. Alles umsonst, sie geben nicht nach und wollen ihr Geld sehen. Jetzt fangen wir zu streiten an und die Diskussion wird immer heftiger. Irgendwann deutet einer der Soldaten zu seinen Kollegen irgendetwas, dass soviel wie „einer wird mitgenommen, der andere bleibt hier“ zu bedeuten scheint. In falscher „Ich bin Europäer und hab Rechte“ Manier, diskutieren wir aber brav weiter, wenn gleich auch ein wenig vorsichtiger, da wir nur ungern irgendwohin mitgenommen werden wollen, schon gar nicht getrennt. Irgendwann reicht es den Soldaten dann aber scheinbar und einer der drei kommt auf mich zu und schwenkt den Lauf seiner Kalaschnikow ziemlich eindeutig in unsere Richtung. Tja und das war dann der Zeitpunkt wo alle Prinzipien, jeglicher Stursinn und Heldentum ziemlich schnell ad acta gelegt werden und man sofort von Held auf Weichei umschaltet. Hände beschwichtigend in die Höhe haltend und die Mimik auf „gaaanz ruhig“ gewechselt und schon greifen wir in unsere Taschen und zahlen eine, jetzt natürlich nicht mehr so geringe Idiotensteuer.
Ziemlich angepisst, aber doch froh, dass das so glimpflich verlief, fahren wir weiter Richtung Hotel. Unser Fahrer scheint von all dem nur wenig beeindruckt, Alltag in Cote d´Ivore wie es scheint. Natürlich waren wir etwas angespannt und haben dann miteinander gestritten (wieso hast du das gesagt, wieso hast du nicht gleich bla bla, ...). Schnell waren wir aber wieder abgelenkt, da unser Fahrzeug keine 10 Minuten später wieder zur Seite gewunken wurde. Man spielt ja gerne mit und stellt das eigene Wohlergehen immer in den Vordergrund. Aber irgendwann will man auch einfach nicht mehr. Wir steigen also beide aus und ohne Absprache versuchen wir es diesmal mit einem Blöff. Was das soll, wir arbeiten für die Regierung, bla bla, aggressive Gesten, etc. Ali zeigt dem etwas jünger wirkenden Soldaten die elektronische Passkarte aus Dubai, die sehr offiziell aussieht und komplett auf Arabisch ist. Ganz oben in fetten Buchstaben steht auf der Karte „Ministry of Interior“ geschrieben und das verwenden wir für unseren Blöff. Es ist ja alles Psychologie und wenn man einmal merkt, dass es eine kleine Spur der Verunsicherung beim Gegenüber gibt, dann fühlt man sich in seiner Taktik bestätigt, gewinnt immer mehr Selbstvertrauen und bleibt auf Vollgas. Wie sein Name ist, Ali und ich mustern seine Uniform auf Namensschilder. Ali zieht seinen Notizblock und fordert seinen Namen. Der Soldat wird immer mehr unsicher und sagt nur no, no, begleitet von einem sehr nervös wirkenden Lächeln. Ich sag zu Ali auf Deutsch „Jetzt haben wir ihn“ und wir werden immer forscher und frecher. Irgendwann bricht dann der Damm und der Soldat gibt auf. Nicht nur lässt er uns jetzt fahren, er entschuldigt sich auch noch bei uns. Als er Ali sogar umarmen will, er ihn darauf hin aber wegstösst, sehe ich noch kurz einen Moment der Spannung, aber alles war nun gegessen. Er kommt auf meine Seite und will mit mir einschlagen und sagt dauernd nur: „my friend, my friend, all good, all good“. Wir schlagen die Türen zu, fahren davon und hauen uns in sicherer Reichweite ziemlich histerisch ab. Sogar der Fahrer lacht. Glück gehabt. Bei der Kontrolle davor, hätten wir mit dieser Taktik wahrscheinlich zwei Ausgänge gehabt, eine (oder mehr) Nacht im sicher sehr angenehmen Gefängnis, oder noch weniger lustig, eine (oder mehr) Schusswunden.
Keine 100 Meter von unserem Hotel entfernt, schon in Sicherheit wiegend, die nächste Kontrolle vor uns. Wir befehlen dem Fahrer (ja, richtig gehört, nicht bitten, befehlen!) nicht anzuhalten und er hört auf uns und fährt langsam, aber doch stetig weiter. Wir hören einen Pfiff, einen zweiten und dann nichts mehr. Wir drehen uns vorsichtig um und sehen, dass der Soldat sich einem anderen Fahrzeug zugewendet hat. Wieder Glück gehabt. Im Hotel angekommen machen wir Bestandsaufnahme. Bei drei Kontrollen haben wir ca. 50 US Dollar abgelegt. Jeder wird jetzt natürlich sagen, dass es nicht wert ist sein Leben für 50 Dollar aufs Spiel zu setzen und das sehen wir genau so. Allerdings werden wir noch ca. 7 weitere Wochen hier verbringen und wenn wir bei jeder Ausfahrt 50 Dollar ablegen, dann kommt schon eine ziemlich grosse Summe zusammen. Andererseits wollen wir natürlich auch heil wieder zurück, keine Frage. Unser Plan ist, ab sofort nur noch mit Leuten fortzugehen, die hier leben und sich auskennen. Toller Plan, ich weiss.
Malaria wird durch Moskitos übertragen, wissen wir. Von meinem Projekt in Sudan weiss ich, dass die Einnahme der Prophylaxe Tabletten mit sehr starken Nebenwirkungen verbunden ist und ich die Dinger nur zur Behandlung einnehmen werde. Zumal wir erfahren haben, dass man die Tablette nur maximal für 20 Tage einnehmen soll. Wir sind ja länger hier. Einschmieren unter Tags bringt nicht so viel, da die weiblichen Moskitos, die Malaria übertragen nur nachtaktiv sind und das Einschmieren mit diesem klebrigen und auf der Haut brennenden Zeugs irgendwann nervt. Im Zimmer haben wir Gelsenstecker, diverse Anti-Insect Gels und andere Sachen aufgestellt, die Fenster sind geschlossen und die Klimaanlage läuft. Ich fühle mich dadurch relativ sicher und ausserdem kann man bei aller Vorsicht ohnehin nicht verhindern, dass man mal gestochen wird (es ist ja auch nicht jeder Stich automatisch mit Malariainfektion verbunden). Ali aber will auf Nummer sicher gehen und hat ein Moskitonetz/Zelt mit. Die Dinger sind eher für den Ausseneinsatz irgendwo im Dschungel gedacht und daher gestaltet sich der spätnächtliche Versuch ein Zelt über unserem Kingsize Bett aufzuhängen eher schwierig bis unmöglich. Heeringe kann man nur schwer in einen Teppichboden einschlagen und die Befestigung an der Decke ohne Haken ist auch eine Herausforderung. Den Versuch das Netz einfach als Überdecke zu verwenden haben wir auch verworfen. Wenn das Ding auf dir drauf liegt, ist es nicht nur lästig, die Gelsen werden auch einfach durch die kleine Netzöffnungen einfach durchstechen und sich köstlich über diese dummen Weissgesichter amüsieren. Also weg mit dem Netz und Augen zu.
Ich weiss ehrlich gesagt nicht, warum ich es hier der "ganzen" Welt kund tue, aber irgendwie muss es raus und nachdem ich es nicht jedem einzeln erzählen will, tue ich das eben hier. Ich will kein "oh, das tut mir aber leid" hören, denn es kam nun einmal so wie es kommen musste.
Nach 2 Jahren haben ich und meine Freundin uns nun getrennt. Seit Beginn der Beziehung hatten wir andauernd Streit. Ich hab keine benchmarks die zeigen wie oft "normal" ist, aber irgendwie kam es mir sehr oft vor. Unterschiedliche Kultur, Sprache, Interessen, Gewohnheiten, Vorlieben, etc. Unterschiedlicher hätten 2 Partner nicht sein können. Und doch, irgendwie hatte ich immer das Gefühl das uns etwas verbindet, das stärker ist als all diese Unterschiede. Offensichtlich doch nicht...
Moderne Männer reden ja bekanntlich über ihre Gefühle. Ich war zwar nie ein Fan von grosser Gefühlsdusselei, aber irgendwie nimmt mich das jetzt schon mit und ich schreibe das jetzt quasi als Selbsttherapie.
Lustig, zuerst rede ich hier noch von Heiraten und zusammen ziehen und jetzt plötzlich ist es aus. Tja, so schnell kann es gehen. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Irgendwie war es aber gar nicht so schrecklich...
Ich war Zeit meines Lebens Single und genoss das vogelfreie Dasein. Machen was man will, einmal hier, einmal dort. Der ewige surfer dude, home is where the heart is, mit 40 noch auf Parties abhängen und die Vorzüge der Vielfalt geniessen. Damn it, ich bin 30 und hab jetzt schon keinen Bock mehr auf Parties.
Ich schätze jeder muss mal durch so eine Phase und you gotta take the pain.
bin seit Sonntag kurzfristig für einen Kollegen in einem Projekt in Bahrain eingesprungen. Mittelspannende Eindrücke. Insel, klein, mildes Wetter, freundliche und bodenständige Einwohner (Verhältnis locals zu expats 50:50, Gesamtpopulation 1 Mio), wenig Verkehr (angenehm), shopping malls exakt die gleichen wie in Dubai (minus Skihalle oder Haibecken). Alles irgendwie sehr entspannt. Sitze im Büro des Kunden im 09. Stock und hab auf der einen Seite Meerblick, auf der anderen Seite Blick auf die "Hauptstadt" Manama. Bin noch eine weitere Woche hier und dann wieder in Dubai. Waren ein paar Mal fort, aber es gibt echt nix spannendes zu berichten. Vor einiger Zeit wurden Saudi Arabia und Bahrain mit einer Brücke verbunden und seit dem kommen jedes Wochenende hunderte Saudis hierher. Bahrain ist nämlich sehr liberal was Alkohol und Parties betrifft (eigentlich fast schon mehr als Dubai) und daher ist das bei den ultrakonservativen Saudis natürlich ein beliebtes Ausflugsziel. Den Einheimischen ist das angeblich gar nicht so recht, da sich die Nachbarn angeblich wie die Tiere aufführen (kein Wunder, muss ja das Paradies für sie sein) und Bahrainis am Wochenende gar nicht oder nur selten fortgehen. Hab das noch nicht beobachtet, aber Ali ist schon länger hier und hat live Berichte abgegeben.
Tja, und das wars dann auch schon. Mehr gibts nicht zu berichten, aber vielleicht "passiert" ja nächste Woche mehr.
Vor ca. einem Monat hat mich ein Deutscher Verlag kontaktiert mit der Frage, ob ich daran interessiert wäre, meine Diplomarbeit als Buch zu veröffentlichen. Ich wusste zwar nicht, wie die ausgerechnet auf mich bzw. auf meine Diplomarbeit gekommen sind, aber gut. Bei näherer Recherche fand ich dann heraus, dass sich dieser Verlag auf das Veröffentlichen von wissenschaftlichen Arbeiten spezialisiert hat. Jede Diplomarbeit liegt in den Universitätsbibliotheken auf und nachdem anscheinend noch niemand eine Arbeit über mein Thema veröffentlicht hat, wurde ich gefragt ob ich an einer Publikation interessiert bin. Na und diese Chance lies ich mir natürlich nicht entgehen. Erstmal musste ich aber ziemlich emsig nach einer soft copy meiner Arbeit suchen. Das war ja schon eine Zeit her und ich dachte seit damals nicht mehr daran, dass ich jemals wieder damit etwas anfangen würde. Der Verlag übernimmt sämtliche Veröffentlichungskosten, jedoch muss man vor dem Buchdruck einige Formattierungen selbst vornehmen. Das war eine ganz schön anstrengende Sache, da für den Buchdruck spezielle Formattierungen nötig sind (Seitenzahlen abwechselnd link,rechts, andere Schriftgrösse, bestimmte Anordnung von Kapiteln und Seitenzahlen, etc.). Ich nutzte das Wochenende in Istanbul, um all diese Dinge zu erledigen und mittels einer speziellen online Applikation des Verlages lud ich meine Arbeit dann auf deren Server hoch. Tja, und als ich heute mal wieder in diversen online Büchershops stöberte, fand ich meinen Buchtitel bereit zur Bestellung. Leider fehlen noch die Klappentexte und eine Autorenbeschreibung (:-), aber die werden laut Verlag in Kürze verfügbar sein.
Etwas schockiert war ich allerdings über den Preis meine Buches, über den ich leider keinerlei Kontrolle habe. Angeblich setzt sich dieser aus mehreren Faktoren wie Buchproduktionskosten, potentiellem Absatzmarkt, Erfahrungswerten des Verlages,etc. zusammen. Aber 60 Euro finde ich schon etwas gesalzen. Na ja, sollte jemand brennendes Interesse an meiner Arbeit haben, dann kann ich es mittels Autorenrabatt günstiger bestellen.
Um ganz ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass euch das Thema meines Buches wirklich stark interessieren wird, aber hey, das ist ja immerhin auch kein Roman, sondern eine "wissenschaftliche" Publikation :-)
Langer Rede kurzer Sinn, hier der Amazon link zu meinem Buch:
Das Coverbild ist vielleicht nicht das Beste, allerdings konnte ich nur aus einer sehr limitierten Ausahl wählen. Anyway, mein erstes Buch ist fertig und irgendwie, so ein ganz klitzekleines bisschen bin ich stolz drauf :-)
Ihr könnt natürlich gerne eine ganz super tolle Rezensionen schreiben, aber ich bin echt niemandem böse wenn ihr keine 60 Lappen dafür ausgeben wollt :-) Falls ihr irgendjemanden in der Motorradbranche kennt, für den dieses Werk eventuell interessant sein könnte, na dann hey, bitte empfehlt mich bzw. mein Buch! :-)
Irgendwie hab ich jetzt an dieser Buchgeschichte gefallen gefunden und wer weiss, vielleicht bringe ich jetzt bald einen Roman raus :-)
Selbstmarketingmodus AUS
P.S. Falls jemand von euch ebenfalls Interesse hat, seine Diplomarbeit als Buch zu veröffentlichen, dann wendet euch an den VDM Verlag (www.vdm-verlag.de).
sitze gerade in Istanbul in einem Cafe, schlürf einen Espresso und nutze den freien Internetzugang um mal wieder ein update zu schreiben.
Ich bin für ein langes Wochenende hierher gefolgen, um meine Grossmutter zu besuchen und ihr ein wenig Gesellschaft zu leisten. Es geht ihr den Umständen entsprechend zwar relativ gut, aber ich merke dennoch, dass Sie noch tief in Trauer ist. Sie hält sich aber echt wacker und wirkt gesammelter als ich es an ihrer Stelle je sein könnte. Ich bin gerne bei meiner Grossmutter. Erstens sehe ich Sie eh viel zu selten und zweitens finde ich es immer wieder genial, wie rüstig und weltoffen Sie in ihrem Alter noch ist. Sie ist jetzt um die 84 und weiss genau, welche Mode gerade aktuell ist, liest immer noch jeden Tag die anspruchvollste türkische Tageszeitung (vergleichbar mit der "Zeit" in Deutschland) und weiss ganz genau Bescheid wie es in Dubai zugeht und auch sonst ist Sie immer up to date. Wahnsinn, ich hoffe ich bin auch so wenn ich ihr Alter erreiche (WENN ich ihr Alter erreiche... :-). Manchmal schickt Sie mir Kleidung und ich zieh das meiste sogar an, so aktuell ist es.
Natürlich ist mein Besuch auch wieder eine gute Möglichkeit in einer meiner Lieblingsstädte einen Kurzurlaub zu absolvieren. Es ist zwar relativ kalt (8 Grad und leichter Regen), aber wie ihr wisst, geniesse ich aus Dubai kommend so ein Wetter sehr.
Meine Schwester, die bereits letzte Woche hier war, hat mir gleich ein paar tolle Tipps gegeben und ihrem Rat folgend, sitz ich jetzt im House Cafe Istanbul. Das ist ein chic cafe, nur wenige Meter vom Meer entfernt und vergleichbar mit dem Le Bol in Wien, oder dem Delis.
Was gibt es sonst neues? Ich muss zwar vorsichtig sein, was ich hier publik mache, aber ich habe vor mit Ali und ein paar anderen Leuten in die Selbstständigkeit zu gehen. Ich kann zwar noch keine Details bekannt geben, aber im Prinzip bleibe ich in der selben Branche und nutze die guten Kontakte, die wir hier in den letzten Jahren aufgebaut haben. Mein Job bei meiner jetzigen Firma kotzt mich mittlerweile schon sehr an und ich war noch nie so sehr bereit, mich selbstständig zu machen wie jetzt. Dabei ist es weniger das bessere Einkommen das mich lockt, sondern vielmehr die Tatsache mein eigener Boss zu sein. Ich kann einfach nicht mehr in einem Angestelltenverhältnis arbeiten. Klar birgt so ein Schritt auch viele Risiken und Herausforderungen (ich hab das bei meinem Vater hautnah erlebt), aber zumindest hat man die Gewissheit sämtliche Anstrengungen für einen selbst zu machen und da ist die Motivation naturgemäss eine andere. Das Risiko hält sich ohnehin sehr in Grenzen, da bei uns keinerlei finanzielle Investition notwendig ist und im schlimmsten Fall werden wir einfach den selben Job weiter machen. Vielleicht hab ich auch in ein paar Monaten wieder die Schnauze voll, aber irgendwie bezweifle ich das. Ich arbeite als Angestellter seit ich 16 bin und jetzt reicht es :-) Bisher hatte ich immer Zweifel ob der Exit aus einem "sicheren" Angestellendasein vernünftig ist, aber hey, jetzt mal ganz ehrlich. Kein Job ist heute noch sicher (in Dubai wurden in den letzten 2 Monaten um die 6000 Arbeitsplätze gestrichen) und ich predige immer das ich lieber bereue was ich getan habe, als das wofür ich zu feig war es zu versuchen. Jetzt heisst das Motto "raus mit den Eiern" (die Dame mögen mir diese Ausdrucksweise verzeihen) und zeigen ob man an die eigenen Werte glaubt. Mein Weg nach Dubai, raus aus einem "sicheren" Job, hinein in eine damals unbekannte Welt hat sich gelohnt und ich verwende diesen Schritt als learning, dass man manchmal auch Risiken eingehen muss um weiterzukommen. Der hochtrabenden Worte nun genug, hoffe ich bloss, dass ich hier nicht in Kürze ein "wer will mich" Inserat aufgeben muss :-)
Sonst? Hmm, mit der Jakline funktioniert es nach wie vor prächtig und wenn sich beruflich alles so ergibt wie ich mir das erhoffe, dann, vielleicht dann, werde ich mich vielleicht in das nächste Abenteuer schmeissen und vielleicht, nur ganz vielleicht das nächste Level in einer Beziehung angehen :-) Rund herum um mich wird geheiratet, Babies erblicken massenzuchtartig das Licht der Welt und manche nennen bereits sogar mehr als nur ein Kind ihr eigen. Andere wiederrum lassen sich auch wieder scheiden, mit Kindern und ohne und mittlerweile hab ich das Gefühl, dass das heutzutage "normal" ist. Keine Ahnung, jedenfalls muss jeder selbst diese Erfahrung machen und ich stelle mich zwar noch hinten in der Schlange an, aber ich merke, dass ich immer näher zu Kassa komme und dann ist Zahltag...
Aber das sind jetzt mal nur so spontane und ganz unausgekorene Gedanken und daher kommt erst dann wieder ein update diesbezüglich, wenn es wirklich konkret wird :-)
Jetzt heisst es erstmal Blut und Wasser schwitzen und Gas geben im Projekt Selbstständigkeit.
So da le, ich bin also wieder zurück vom Weihnachtsurlaub daheim im schönen, aber doch sehr kalten Österreich.
Wie so oft ist die Zeit viel zu schnell vorüber gewesen und ich wäre gerne noch ein wenig länger geblieben, hätte mich noch gerne mit all den Leuten getroffen, die ich entweder zu kurz, nicht oft genug, oder leider gar nicht gesehen habe. Zeit ist echt etwas tückisches. In diesen kurzen Heimaturlauben fühle ich förmlich, wie sie mir wie Sand zwischen den Fingern hindurch gleitet. Ich kann mich noch so sehr bemühen, alles so effizient wie nur möglich zu planen, aber letzten Endes gewinnt die Zeit doch immer wieder..so was aber auch!
Auch habe ich es immer noch nicht geschafft, einen gelungen Ausgleich zwischen "ich würde gerne jeden so lange wie möglich sehen" und "Urlaub sollte auch Entspannung bedeuten" zu schaffen. Allerdings nehme ich dadurch vieles viel bewusster wahr und freue mich um so mehr, Familie und Freunde um mich zu haben.
Meinen Vater habe ich dieses Mal leider nur sehr kurz gesehen. Das lag an der traurigen Tatsache, dass über Weihnachten meine Tante Suna verstorben ist. Er ist natürlich gleich in die Türkei geflogen und hat sich um meine verständlicherweise sehr mitgenommene Grossmutter gekümmert. An dieser Stelle:
Başınız sağ olsun, Allah rahmet eylesin!
Ihr unerwartetes Ableben hat uns alle sehr getroffen und ich bin froh, dass ich letztes Jahr in Istanbul war und Suna noch gesehen habe. Seni cok özliyorum Baba, lass mich wissen, wenn du irgendetwas brauchst!
Das Leben geht bekanntlich weiter und das ist gut so. Ich habe heute erfahren, dass wir ein neues Projekt haben und angeblich werde ich nach Kenya und Madagaskar fliegen. Genaues weiss man noch nicht, aber das sind zumindestens die latest rumours. I´ll keep you posted.