Mittwoch, 22. April 2009

Es ist vorbei

Ich weiss ehrlich gesagt nicht, warum ich es hier der "ganzen" Welt kund tue, aber irgendwie muss es raus und nachdem ich es nicht jedem einzeln erzählen will, tue ich das eben hier. Ich will kein "oh, das tut mir aber leid" hören, denn es kam nun einmal so wie es kommen musste.

Nach 2 Jahren haben ich und meine Freundin uns nun getrennt. Seit Beginn der Beziehung hatten wir andauernd Streit. Ich hab keine benchmarks die zeigen wie oft "normal" ist, aber irgendwie kam es mir sehr oft vor. Unterschiedliche Kultur, Sprache, Interessen, Gewohnheiten, Vorlieben, etc. Unterschiedlicher hätten 2 Partner nicht sein können. Und doch, irgendwie hatte ich immer das Gefühl das uns etwas verbindet, das stärker ist als all diese Unterschiede. Offensichtlich doch nicht...

Moderne Männer reden ja bekanntlich über ihre Gefühle. Ich war zwar nie ein Fan von grosser Gefühlsdusselei, aber irgendwie nimmt mich das jetzt schon mit und ich schreibe das jetzt quasi als Selbsttherapie.

Lustig, zuerst rede ich hier noch von Heiraten und zusammen ziehen und jetzt plötzlich ist es aus. Tja, so schnell kann es gehen. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Irgendwie war es aber gar nicht so schrecklich...

Ich war Zeit meines Lebens Single und genoss das vogelfreie Dasein. Machen was man will, einmal hier, einmal dort. Der ewige surfer dude, home is where the heart is, mit 40 noch auf Parties abhängen und die Vorzüge der Vielfalt geniessen. Damn it, ich bin 30 und hab jetzt schon keinen Bock mehr auf Parties.

Ich schätze jeder muss mal durch so eine Phase und you gotta take the pain.

Schätze jetzt ist es my turn...

Donnerstag, 12. März 2009

Bahrain

bin seit Sonntag kurzfristig für einen Kollegen in einem Projekt in Bahrain eingesprungen. Mittelspannende Eindrücke. Insel, klein, mildes Wetter, freundliche und bodenständige Einwohner (Verhältnis locals zu expats 50:50, Gesamtpopulation 1 Mio), wenig Verkehr (angenehm), shopping malls exakt die gleichen wie in Dubai (minus Skihalle oder Haibecken). Alles irgendwie sehr entspannt. Sitze im Büro des Kunden im 09. Stock und hab auf der einen Seite Meerblick, auf der anderen Seite Blick auf die "Hauptstadt" Manama. Bin noch eine weitere Woche hier und dann wieder in Dubai. Waren ein paar Mal fort, aber es gibt echt nix spannendes zu berichten. Vor einiger Zeit wurden Saudi Arabia und Bahrain mit einer Brücke verbunden und seit dem kommen jedes Wochenende hunderte Saudis hierher. Bahrain ist nämlich sehr liberal was Alkohol und Parties betrifft (eigentlich fast schon mehr als Dubai) und daher ist das bei den ultrakonservativen Saudis natürlich ein beliebtes Ausflugsziel. Den Einheimischen ist das angeblich gar nicht so recht, da sich die Nachbarn angeblich wie die Tiere aufführen (kein Wunder, muss ja das Paradies für sie sein) und Bahrainis am Wochenende gar nicht oder nur selten fortgehen. Hab das noch nicht beobachtet, aber Ali ist schon länger hier und hat live Berichte abgegeben.

Tja, und das wars dann auch schon. Mehr gibts nicht zu berichten, aber vielleicht "passiert" ja nächste Woche mehr.

over & out

Freitag, 13. Februar 2009

Mein erstes Buch

Vor ca. einem Monat hat mich ein Deutscher Verlag kontaktiert mit der Frage, ob ich daran interessiert wäre, meine Diplomarbeit als Buch zu veröffentlichen. Ich wusste zwar nicht, wie die ausgerechnet auf mich bzw. auf meine Diplomarbeit gekommen sind, aber gut. Bei näherer Recherche fand ich dann heraus, dass sich dieser Verlag auf das Veröffentlichen von wissenschaftlichen Arbeiten spezialisiert hat. Jede Diplomarbeit liegt in den Universitätsbibliotheken auf und nachdem anscheinend noch niemand eine Arbeit über mein Thema veröffentlicht hat, wurde ich gefragt ob ich an einer Publikation interessiert bin. Na und diese Chance lies ich mir natürlich nicht entgehen. Erstmal musste ich aber ziemlich emsig nach einer soft copy meiner Arbeit suchen. Das war ja schon eine Zeit her und ich dachte seit damals nicht mehr daran, dass ich jemals wieder damit etwas anfangen würde. Der Verlag übernimmt sämtliche Veröffentlichungskosten, jedoch muss man vor dem Buchdruck einige Formattierungen selbst vornehmen. Das war eine ganz schön anstrengende Sache, da für den Buchdruck spezielle Formattierungen nötig sind (Seitenzahlen abwechselnd link,rechts, andere Schriftgrösse, bestimmte Anordnung von Kapiteln und Seitenzahlen, etc.). Ich nutzte das Wochenende in Istanbul, um all diese Dinge zu erledigen und mittels einer speziellen online Applikation des Verlages lud ich meine Arbeit dann auf deren Server hoch. Tja, und als ich heute mal wieder in diversen online Büchershops stöberte, fand ich meinen Buchtitel bereit zur Bestellung. Leider fehlen noch die Klappentexte und eine Autorenbeschreibung (:-), aber die werden laut Verlag in Kürze verfügbar sein.

Etwas schockiert war ich allerdings über den Preis meine Buches, über den ich leider keinerlei Kontrolle habe. Angeblich setzt sich dieser aus mehreren Faktoren wie Buchproduktionskosten, potentiellem Absatzmarkt, Erfahrungswerten des Verlages,etc. zusammen. Aber 60 Euro finde ich schon etwas gesalzen. Na ja, sollte jemand brennendes Interesse an meiner Arbeit haben, dann kann ich es mittels Autorenrabatt günstiger bestellen.

Um ganz ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass euch das Thema meines Buches wirklich stark interessieren wird, aber hey, das ist ja immerhin auch kein Roman, sondern eine "wissenschaftliche" Publikation :-)

Langer Rede kurzer Sinn, hier der Amazon link zu meinem Buch:

http://www.amazon.de/Markenkommunikation-%C3%B6sterreichischen-Motorradmarkt-Untersucht-Markteinf%C3%BChrung/dp/3639124502/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1234513353&sr=1-1

Das Coverbild ist vielleicht nicht das Beste, allerdings konnte ich nur aus einer sehr limitierten Ausahl wählen. Anyway, mein erstes Buch ist fertig und irgendwie, so ein ganz klitzekleines bisschen bin ich stolz drauf :-)

Ihr könnt natürlich gerne eine ganz super tolle Rezensionen schreiben, aber ich bin echt niemandem böse wenn ihr keine 60 Lappen dafür ausgeben wollt :-) Falls ihr irgendjemanden in der Motorradbranche kennt, für den dieses Werk eventuell interessant sein könnte, na dann hey, bitte empfehlt mich bzw. mein Buch! :-)

Der Ali wurde ebenfalls vom gleichen Verlag kontaktiert und sein Buch ist ebenfalls bereits verfügbar (Jaaa, wieder etwas, das wir gemeinsam gemacht haben,ich weiss :-):
http://www.amazon.de/s/ref=nb_ss_b?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=ali+al-zahid

Irgendwie hab ich jetzt an dieser Buchgeschichte gefallen gefunden und wer weiss, vielleicht bringe ich jetzt bald einen Roman raus :-)

Selbstmarketingmodus AUS

P.S. Falls jemand von euch ebenfalls Interesse hat, seine Diplomarbeit als Buch zu veröffentlichen, dann wendet euch an den VDM Verlag (www.vdm-verlag.de).

Freitag, 30. Januar 2009

und da bin ich wieder

sitze gerade in Istanbul in einem Cafe, schlürf einen Espresso und nutze den freien Internetzugang um mal wieder ein update zu schreiben.

Ich bin für ein langes Wochenende hierher gefolgen, um meine Grossmutter zu besuchen und ihr ein wenig Gesellschaft zu leisten. Es geht ihr den Umständen entsprechend zwar relativ gut, aber ich merke dennoch, dass Sie noch tief in Trauer ist. Sie hält sich aber echt wacker und wirkt gesammelter als ich es an ihrer Stelle je sein könnte. Ich bin gerne bei meiner Grossmutter. Erstens sehe ich Sie eh viel zu selten und zweitens finde ich es immer wieder genial, wie rüstig und weltoffen Sie in ihrem Alter noch ist. Sie ist jetzt um die 84 und weiss genau, welche Mode gerade aktuell ist, liest immer noch jeden Tag die anspruchvollste türkische Tageszeitung (vergleichbar mit der "Zeit" in Deutschland) und weiss ganz genau Bescheid wie es in Dubai zugeht und auch sonst ist Sie immer up to date. Wahnsinn, ich hoffe ich bin auch so wenn ich ihr Alter erreiche (WENN ich ihr Alter erreiche... :-). Manchmal schickt Sie mir Kleidung und ich zieh das meiste sogar an, so aktuell ist es.

Natürlich ist mein Besuch auch wieder eine gute Möglichkeit in einer meiner Lieblingsstädte einen Kurzurlaub zu absolvieren. Es ist zwar relativ kalt (8 Grad und leichter Regen), aber wie ihr wisst, geniesse ich aus Dubai kommend so ein Wetter sehr.

Meine Schwester, die bereits letzte Woche hier war, hat mir gleich ein paar tolle Tipps gegeben und ihrem Rat folgend, sitz ich jetzt im House Cafe Istanbul. Das ist ein chic cafe, nur wenige Meter vom Meer entfernt und vergleichbar mit dem Le Bol in Wien, oder dem Delis.

Was gibt es sonst neues? Ich muss zwar vorsichtig sein, was ich hier publik mache, aber ich habe vor mit Ali und ein paar anderen Leuten in die Selbstständigkeit zu gehen. Ich kann zwar noch keine Details bekannt geben, aber im Prinzip bleibe ich in der selben Branche und nutze die guten Kontakte, die wir hier in den letzten Jahren aufgebaut haben. Mein Job bei meiner jetzigen Firma kotzt mich mittlerweile schon sehr an und ich war noch nie so sehr bereit, mich selbstständig zu machen wie jetzt. Dabei ist es weniger das bessere Einkommen das mich lockt, sondern vielmehr die Tatsache mein eigener Boss zu sein. Ich kann einfach nicht mehr in einem Angestelltenverhältnis arbeiten. Klar birgt so ein Schritt auch viele Risiken und Herausforderungen (ich hab das bei meinem Vater hautnah erlebt), aber zumindest hat man die Gewissheit sämtliche Anstrengungen für einen selbst zu machen und da ist die Motivation naturgemäss eine andere. Das Risiko hält sich ohnehin sehr in Grenzen, da bei uns keinerlei finanzielle Investition notwendig ist und im schlimmsten Fall werden wir einfach den selben Job weiter machen. Vielleicht hab ich auch in ein paar Monaten wieder die Schnauze voll, aber irgendwie bezweifle ich das. Ich arbeite als Angestellter seit ich 16 bin und jetzt reicht es :-) Bisher hatte ich immer Zweifel ob der Exit aus einem "sicheren" Angestellendasein vernünftig ist, aber hey, jetzt mal ganz ehrlich. Kein Job ist heute noch sicher (in Dubai wurden in den letzten 2 Monaten um die 6000 Arbeitsplätze gestrichen) und ich predige immer das ich lieber bereue was ich getan habe, als das wofür ich zu feig war es zu versuchen. Jetzt heisst das Motto "raus mit den Eiern" (die Dame mögen mir diese Ausdrucksweise verzeihen) und zeigen ob man an die eigenen Werte glaubt. Mein Weg nach Dubai, raus aus einem "sicheren" Job, hinein in eine damals unbekannte Welt hat sich gelohnt und ich verwende diesen Schritt als learning, dass man manchmal auch Risiken eingehen muss um weiterzukommen. Der hochtrabenden Worte nun genug, hoffe ich bloss, dass ich hier nicht in Kürze ein "wer will mich" Inserat aufgeben muss :-)

Sonst? Hmm, mit der Jakline funktioniert es nach wie vor prächtig und wenn sich beruflich alles so ergibt wie ich mir das erhoffe, dann, vielleicht dann, werde ich mich vielleicht in das nächste Abenteuer schmeissen und vielleicht, nur ganz vielleicht das nächste Level in einer Beziehung angehen :-) Rund herum um mich wird geheiratet, Babies erblicken massenzuchtartig das Licht der Welt und manche nennen bereits sogar mehr als nur ein Kind ihr eigen. Andere wiederrum lassen sich auch wieder scheiden, mit Kindern und ohne und mittlerweile hab ich das Gefühl, dass das heutzutage "normal" ist. Keine Ahnung, jedenfalls muss jeder selbst diese Erfahrung machen und ich stelle mich zwar noch hinten in der Schlange an, aber ich merke, dass ich immer näher zu Kassa komme und dann ist Zahltag...

Aber das sind jetzt mal nur so spontane und ganz unausgekorene Gedanken und daher kommt erst dann wieder ein update diesbezüglich, wenn es wirklich konkret wird :-)

Jetzt heisst es erstmal Blut und Wasser schwitzen und Gas geben im Projekt Selbstständigkeit.

keeping u posted...

Montag, 29. Dezember 2008

Dubai hat mich wieder

So da le, ich bin also wieder zurück vom Weihnachtsurlaub daheim im schönen, aber doch sehr kalten Österreich.

Wie so oft ist die Zeit viel zu schnell vorüber gewesen und ich wäre gerne noch ein wenig länger geblieben, hätte mich noch gerne mit all den Leuten getroffen, die ich entweder zu kurz, nicht oft genug, oder leider gar nicht gesehen habe. Zeit ist echt etwas tückisches. In diesen kurzen Heimaturlauben fühle ich förmlich, wie sie mir wie Sand zwischen den Fingern hindurch gleitet. Ich kann mich noch so sehr bemühen, alles so effizient wie nur möglich zu planen, aber letzten Endes gewinnt die Zeit doch immer wieder..so was aber auch!
Auch habe ich es immer noch nicht geschafft, einen gelungen Ausgleich zwischen "ich würde gerne jeden so lange wie möglich sehen" und "Urlaub sollte auch Entspannung bedeuten" zu schaffen. Allerdings nehme ich dadurch vieles viel bewusster wahr und freue mich um so mehr, Familie und Freunde um mich zu haben.

Meinen Vater habe ich dieses Mal leider nur sehr kurz gesehen. Das lag an der traurigen Tatsache, dass über Weihnachten meine Tante Suna verstorben ist. Er ist natürlich gleich in die Türkei geflogen und hat sich um meine verständlicherweise sehr mitgenommene Grossmutter gekümmert. An dieser Stelle:

Başınız sağ olsun, Allah rahmet eylesin!

Ihr unerwartetes Ableben hat uns alle sehr getroffen und ich bin froh, dass ich letztes Jahr in Istanbul war und Suna noch gesehen habe. Seni cok özliyorum Baba, lass mich wissen, wenn du irgendetwas brauchst!

Das Leben geht bekanntlich weiter und das ist gut so. Ich habe heute erfahren, dass wir ein neues Projekt haben und angeblich werde ich nach Kenya und Madagaskar fliegen. Genaues weiss man noch nicht, aber das sind zumindestens die latest rumours. I´ll keep you posted.

over & out for now

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Daniel is driving home for Xmas

snow-camels-2

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Chaos Trip

Ich hab es vor einiger Zeit schon erzählt, der UAE Hummer Club hat mich damals gefragt, ob ich daran interessiert wäre, bei der Organisation und Durchführung von Offroad Trips mitzuhelfen. Nichts ahnend hab ich das natürlich gerne angenommen. Letzten Freitag rief mich Fouad an (Hummer Base Club President von General Motors) und fragte mich ob ich über die Feiertage (Eid public holiday von Sonntag bis Dienstag) einen HUB Trip machen möchte. Klar hab ich gesagt. So trafen wir also letzten Freitag um einen scout trip zu fahren, sprich, wir fuhren die Strecke ab, die wir für Dienstag nehmen wollten. Fouad, John, Nico und meine Wenigkeit fuhren zu einem Ort, der sich Al Faqaa nennt und fuhren in die big yellow sand box. Schon nach kurzer Wegzeit war uns (das heisst mit Ausnahme von Fouad) klar, dass dies keine Anfängerstrecke war. Es war zwar unglaublich schön und lustig zu fahren, aber mit einer grossen Gruppe und Anfängern war das eindeutig zu anspruchsvoll. Fouad meinte das wäre doch eine gute Übung, aber wir sprachen ihm gut zu und er meinte, er würde eine andere, einfachere Strecke auswählen und uns dann die neuen GPS Koordinaten senden. Fouad ist Libanese und macht alles am letzten Drücker. Montag, am Abend vor dem Trip, bekam ich dann irgendwann um 22Uhr die neuen Daten gesendet und speicherte mir diese in mein GPS. Ein Blick auf die Karte verriet mir, dass sich nicht wirklich viel an der Streckenwahl geändert hat, einzig die Richtung war jetzt eine andere. Zur Erklärung, Dünen "wachsen" windabhängig immer in eine Richtung. Der Wind, der von der Küste kommt, bläst den Sand ins Landesinnere und deshalb bauen sich die meisten Dünentäler immer in diese Richtung auf. Wenn man mit der Windrichtung fährt, ist das leichter, da die Abrisskante der Düne vor einem liegt. Man hat dann zwar steilere Abfahrten, aber das ist leichter, als gegen die Düne eine Steilkante zu erklimmen. Gut dachte ich mir, er kennt die Gegend besser als ich und wird schon wissen was er macht. Mein Vorschlag wäre ein anderer gewesen. Es gibt in Richtung Hatta eine Gegend, die sich Big Red nennt (einige von euch hab ich dorthin schon mitgenommen) und da gibt es sowohl für Anfänger, als auch für Fortgeschrittene genügend Gestaltungsraum. Wir trafen uns also Dienstag morgen auf einem Parkplatz entlang der Autobahn. Es kamen insg. 17 Fahrzeuge. Bei der Fahrerbesprechung fragten wir, wer Anfänger ist und nur zwei zeigten auf. Das Problem dabei ist, dass aus Stolzgründen meistens keiner aufzeigt und sich Leute gerne selbst überschätzen. Fouad stellte mich der Gruppe als HUB President Dubai vor und das war mir gar nicht recht. Ihr könnt euch vorstellen wie oft ich "Mr President" zu hören bekam... Wir legten noch ein paar Convoy Regeln fest und brachen in Richtung Al Faqaa auf.

Am Treffpunkt angekommen, bereiteten wir unsere Fahrzeuge vor (Luft ablassen, etc) und Fouad meinte, ich solle den Convoy anführen. Zwei andere Burschen, Jim und Dave, beide Amys, kamen mit GMC pick up trucks (geile, böse Dinger) und würden das Schlusslicht machen. Die beiden waren typische red neck guys, der eine mit Cowboy Hut und der andere gleich überhaupt mit nacktem Oberkörper und Oakley Brille. Fouad würde "sweeper" spielen und alle "Ausreisser" einfangen. Es mir zwar nicht so recht, dass ich den Convoy anführen sollte, da ich die Stecke nicht wirklich gut kannte, aber hey, ich hatte ja die Koordinaten gespeichert. Fouad meinte noch, dass unser Plan sei eine Farm, die ca. 14km entfernt lag so gegen 15 Uhr zu erreichen. Er meinte noch zu mir: sollte ich merken, dass wir uns der Farm früher nähern, dann solle ich eine schwierigere Stecke wählen.. Ha, das sollte sich als der Scherz des Tages herausstellen. Stephan fuhr bei mir im Auto mit und so brachen wir dann gegen 12 Uhr auf in Richtung Ungewissheit.

Bereits nach den ersten 200 Metern war mir klar, dass diese Stecke so gar nicht für einen derart grossen Convoy und schon gar nicht für Anfänger geeignet war. Es sollte auch nicht lange dauern, bis wir die ersten stuck cars hatten. Natürlich waren das die Fahrer, die bei der Besprechung meinten sie seien routinierte offroad Fahrer. Tja... so ging das dann in einer Tour weiter. Keine Stunde nach Abfahrt waren wir nur damit beschäftigt Fahrzeuge abzuschleppen und es wurde nicht einfacher. Das Dünental vor uns erlaubte leider keine einfache Routenwahl und Ausweichstrecken waren nicht in Reichweite. Wir mussten also durch, es half nichts. Jim und Dave, die red neck twins (so nannten sie sich selbst), waren eine grosse Hilfe und mit ihren Hubraummonstercars und ausreichend Bodenfreiheit, waren sie immer zur Stelle wenn sich hinten im convoy Fahrzeuge festfuhren.

Nach zwei Stunden waren wir alle schon mega erschöpft, da wir im Schnitt pro Stunde gerade mal 2km machten. Schon bald einigten wir uns darauf, dass wir nach Passierung des schwierigen Abschnittes in Richtung track abkürzen und die Heimfahrt antreten. Es war echt zum Schreien, der schwíerige Abschnitt der vor uns lag, war gerade mal nur 3-4km lang und trotzdem ging nichts weiter. Die Sonne geht zu dieser Jahreszeit um ca. 5.30pm unter und natürlich wollten wir um jeden Preis verhindern in Dunkelheit zu geraten und dadurch kam dann auch noch der Zeitfaktor als zusätzliche Herausforderung hinzu.

Einige Leute verloren auch die Nerven und fingen an, anderen Fahrzeugen die Schuld für das eigene Steckenbleiben zu geben. Ich hab zwar ca. 5 Mal klar gesagt, dass jeder ausreichend Abstand halten soll, aber natürlich wusste es jeder besser. Das ist ein grosses Problem bei offroad convoys. Man kann nicht immer eine gerade Linie fahren und manchmal muss man auch umdrehen um eine andere Spur zu wählen. Darüber hinaus sollte man beim Passieren von steilen Dünen immer warten, bis der Vordermann geklärt hat, sonst verliert man einerseits das eigene Momentum und andererseits riskiert man dem Vordermann aufzufahren. Wenn dann hinter einem der nächste klebt, dann ist klar, dass das zu Problemen führt.

Jeder einzelne von uns, inklusive redneck twins, Fouad, meine Wenigkeit und die anderen hatten zunehmend grössere Mühe mit der Stecke und blieben auch selbst einige Male stecken. Alle zwei Minuten riefen mich die Jungs über Funk, ich solle zurück kommen und ihnen beim recovern von Fahrzeugen helfen. Meist antwortete ich darauf, dass ich selbst gerade dabei bin Leute rauszuschleppen. Ein Beginner hatte besonders grosses Pech, das erste Mal offroaden, ein 17.000km neues Fahrzeug und Getriebeschaden (zumind. diagnostizierten das die anwesenden GM Experten). Es half nichts, der Wagen musste zurück bleiben und sie speicherten die Koordinaten. Schlimme Erinnerungen kamen mir dabei an meine alte Landcruiser Geschichte hoch. Jedenfalls versicherten die GM guys aber gleich, dass das eine warranty Geschichte ist und somit würden ihm zumind. keine Kosten entstehen (von der recovery abgesehen).

Irgendwann hatten wir dann aber den grössten Teil des convoys back on trail und Mitch, ein weiterer GM Kollege, fuhr diesen Teil zur Hauptstrasse. Ich fuhr zu den verbleibenden ca. 5 Fahrzeugen zurück. Fouad verlies das Glück dann auch noch, als ihm ein Reifen von der Felge sprang (passierte mir natülich auch einmal). Bei einem H2 ist das ein wenig schwieriger, als bei einem H3, da man auf Grund des Gewichts einen so genannten High Lift Jack benötigt. Diese Operation dauerte dann auch noch ca. eine halbe Stunde und es wurde bereits finster. Es war echt depremierend, der trail lag in 200 Meter Entfernung und jede Düne war eine challenge. Irgendwann schafften wir es aber doch noch und bei vollkommener Finsternis fuhren 5 einsame aber voll beleuchtete Fahrzeuge in Richtung Hauptstrasse.

Ich war noch nie so froh wieder Asphalt unter den Füssen bzw. Rädern zu haben!!

Nach Rücksprache mit allen Teilnehmern waren eigentlich alle ganz gut drauf und meinten nur, das nächste Mal sollen wir vielleicht eine einfachere Strecke wählen... Tja, ganz meine Rede..

Thx a lot an Stephan, der einen bravorösen Co-Piloten abgab!! Ich freue mich schon, wenn du dann auch einen Hummer dein Eigen nennen kannst und dann machen wir einen Exklusivtrip!

Das war eine Feuertaufe für mich und den club und ich hab echt einiges gelernt. Es ist aber eine schöne Herausforderung und ich geniesse das Abenteuer.

Hier ein paar pics, provided by Stephan:

HUB Trip Al Faqaa

Dienstag, 2. Dezember 2008

will haben....

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